Kollektive Intelligenz soll gerade bei komplexen Problemen ein probates Mittel sein. Die Ressourcen (Wissen und Fähigkeiten) von Individuen werden gebündelt, um Herausforderungen effektiver zu bewältigen, als es eine einzelne Person in der Lage wäre. Die Individuen agieren auch dezentral. Durch das Zusammenwirken in der Gruppe sollen intelligentere Entscheidungen getroffen werden. Die einzelnen arbeiten selbstorganisiert, jedoch kollaborativ im Austausch mit anderen. Die Nutzung dieser unterschiedlichen Ressourcen eignet sich, wenn niemand mit Sicherheit die richtige Antwort wissen kann. Sie funktioniert auch nur, wenn die Menschen in der Gruppe dasselbe Ziel und ein gemeinsames Interesse haben.
Mehrwert im Miteinander
In der Zusammenarbeit geht es um das Nutzen von Synergien, mit der Idee, dass gemeinsam mehr erreicht werden kann als allein. Was genau diesen Mehrwert ausmacht, kann unterschiedliche sein. Es kann die kollektive Intelligenz sein, die Lösungen hervorbringt, die sonst nicht möglich gewesen wären. Vielleicht ist es auch das Gefühl der Zugehörigkeit. Das Wissen darum, dass ich nicht allein unterwegs bin, sondern meine Visionen teilen oder auch kritisch spiegeln lassen kann. Daraus folgt, dass Zusammenarbeit auf Vertrauen basiert. Vertrauen entsteht, wenn die Werte geteilt und positive, bestätigende Erfahrungen gemacht werden. Wenn Worte und Handlungen übereinstimmen, sind dies Zeichen von Verlässlichkeit. Offenheit und Empathie sind weitere Faktoren, dass eine Beziehung aufgebaut und gepflegt werden kann.
Partnerschaften aufbauen und pflegen
Vor allem für längerfristige Zusammenarbeit bietet sich an, in einen beständigen Kontakt zu investieren. Allianzen sind eher strategischer Natur und auf ein einzelnes Ziel ausgerichtet. Sie sind oft zeitlich begrenzt und dazu ausgelegt, Kräfte zu bündeln. Im Gegensatz zu einer Partnerschaft bleiben die Beteiligten oft unabhängig. Um eine solide Partnerschaft aufzubauen und zu pflegen, braucht es Normen, Kommunikation, gemeinsame Ziele, Flexibilität, gemeinsame Erfolge. Die kooperative Beziehung brauchen eine Gouvernanz, auch wenn das wenig verlockend klingt. Es wird festgelegt, wie Entscheidungen getroffen, Verantwortlichkeiten verteilt und Risiken überwacht werden. Denn in jeder Form der Beziehung gibt es auch Stolpersteine. Motivation und Engagement der beteiligten Partner können variieren. Unterschiedlichkeiten sind auszuhalten, solange sich die Hochs und Tiefs von allen auf lange Sicht die Waage halten. Die Risikobereitschaft ist nicht bei allen gleich hoch. Entscheidungen müssen gemeinsam gefällt werden wie in der Folge auch die Konsequenzen. Partner sollten in einem ähnlichen Mass voneinander abhängig sein, damit kein Machtgefälle entsteht. Beide müssen von der Kooperation profitieren können, einen Mehrwert daraus haben.
Es braucht Flexibilität und die Bereitschaft, einen Kompromiss einzugehen (auch wenn der Konsens der wünschenswerte Weg wäre). Ich muss prüfen, inwiefern ich bereit bin, von gewissen Ideen abzuweichen zugunsten der Partnerschaft. Es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen, nicht nur den Projekterfolg, sondern auch die Funktionsweise zu evaluieren. Das Ergebnis zeigt, wie das Zusammenspiel optimiert werden kann oder ob es angezeigt ist, sie zu beenden.
Kompetenz für Demokratie
Kooperation spielt nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Gesellschaft eine zentrale Rolle. Die Prinzipien erfolgreicher Partnerschaften – wie Vertrauen, gemeinsame Ziele und Flexibilität – sind auch für eine funktionierende Demokratie essenziell. Sie beruht auf zivilgesellschaftlichem Engagement, Partizipation und Kooperationen zwischen Zivilgesellschaft und Staat. Mitbestimmung, Partizipation und Integration werden gestärkt. Partnerschaften und Demokratie stärken uns als Gesellschaft. Es ist wichtig, ein Meinungsspektrum zu kultivieren. Abweichende Meinungen sind wichtig, auch, um kritisch zu bleiben gegenüber der eigenen Meinung. Auch hier geht es um kollektive Intelligenz: Um die Weisheit der Masse zu nutzen, ist es wichtig, dass der Einzelne bei seiner Entscheidung nicht weiss, wie die anderen entscheiden. Jede*r muss unabhängig entscheiden können. Demokratie bedingt Gerechtigkeit: Die Chancengerechtigkeit, die auf den Zugang fokussiert, die Verfahrensgerechtigkeit, welche auf den Prozess abzielt sowie die Ergebnisgerechtigkeit, die sich auf das Resultat bezieht.
Partnerschaften und Demokratie erfordern Kompetenzen wie Aufgeschlossenheit, Respekt, Ambiguitätstoleranz und kritisches Verstehen.
Zusammen arbeiten