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Förderung der Biodiversität im Freispielpark Schönegg

Viele Tiere sind in ihrer Existenz bedroht. Es fehlt ihnen an Nahrung, Raum zum Leben und zum Vermehren. Vor allem Wildbienen, Käfer und andere Insekten, die recht unscheinbar ihr Leben fristen, sind davon betroffen.


Ziel der schweizerischen Biodiversitätsstrategie ist es, die Artenvielfalt in den Gemeinden zu fördern, Lebensräume zu vernetzen und der Bevölkerung das Naturerlebnis in ihrer Wohnumgebung zu ermöglichen. Hauptsächlich letzteres wurde unter Anleitung eines 4-köpfigen Teams, welches den Lehrgang „Projektmanagement Natur und Umwelt“ bei der sanu AG in Biel absolviert im Freispielpark Schönegg realisiert. Mitte Oktober schufen rund 30 kleine und grosse Helfer an zwei Tagen Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten für Wildbienen, sowie für andere Insekten und Kleintiere. Das Anschauungsobjekt wurde mit Bambus- und Schilfrohr befüllt, Hartholzklötze erhielten Bohrlöcher in verschiedenen Grössen, eine Kiste mit Lehm-Sand-Gemisch soll Steilwandnistern dienen und eine Trockenmauer sowie auch Asthaufen bieten Raum für so manchen krabbelnden, fliegenden und daherspringenden kleinen Gast.

Förderung der Wildbiene

Wie viel Wildbienenarten gibt es, welche Lebensräume brauchen sie, warum sind sie bedroht, wie können sie gefördert werden? Diese und noch andere Fragen beschäftigten die Helfer und es wurde festgestellt, dass es wichtig ist, den Tieren natürliche Nist- und Nahrungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen und diese „Insektenhotels“, wie das hier errichtete „Lebensdreieck“, mehr als Anschauungsobjekte anzusehen sind. Mit einer einheimischen Wildblumenwiese, „Unordnung“ und dem Tolerieren von „Unkräutern“ im Garten, sowie dem Verzicht auf Chemie und Dünger, kann jeder einen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten. Nur allein schon das Belassen von offenen Boden-flächen hat grosse Auswirkungen, denn rund 50 % der ca. 600 verschiedenen Wildbienenarten sind Erdnister, die auf freie Flächen angewiesen sind. Die Hummel, von denen einige Arten im Boden ihren Kleinstaat bauen, ist für die Bestäubung bei kühleren Temperaturen von Bedeutung. Während Honigbienen erst ab einer Aussentemperatur von mindestens 10 °C ausfliegen, sind Hummelköniginnen im zeitigen Frühjahr bereits ab 2 °C und Hummelarbeiterinnen ab 6 °C unterwegs. Dabei erzeugen sie die zum Fliegen notwendige Körpertemperatur durch Vibration der Brustmuskulatur.

Effiziente Bestäuber

Die meist solitär lebenden Wildbienen sind enorm wichtig für die Pflanzenbestäubung. Je nach Untersuchung ist die Bestäubungsleistung 80 bis 300 Mal höher, als die der Honigbiene. So können ca. 600 Wildbienen eine Obstbaumplantage von 10 Hektar bestäuben; die Honigbienen müssen dafür rund 120 000 Arbeiterinnen aufbringen. Da die Wildbienen einen Aktions- bzw. Flugradius von nur wenigen 100 Metern haben, sind sie auf Nahrungsangebote in der Nähe ihrer Nistplätze angewiesen. Im Freispielpark wurden deshalb unterhalb des „Lebensdreiecks“ verschiedene Blütenpflanzen in nährstoffarmen Boden gesetzt. Die vom Natur- und Vogelschutzverein Münchenbuchsee (NVM) vor einigen Jahren gepflanzten Weiden und Linden, sowie die alten Obstbäume bieten eine perfekte Ergänzung dazu.

Wie geht es weiter?

Die IG Freispielpark Schönegg plant in Zusammenarbeit mit dem NVM weitere Aktivitäten in Hinsicht Förderung der Biodiversität auf dem Areal und auch darüber hinaus. Das Käferprojekt der Biologin Lea Kamber ist eins der nächsten Vorhaben.

Für interessierte Einwohner von Münchenbuchsee und Umgebung besteht die Möglichkeit, beim Umsetzen der Fördermassnahmen mitzuwirken.

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